Jürgen Rudolph "Du bist mein Kind"

Die »Cochemer Praxis« - Wege zu einem menschlicheren Familienrecht


Dieses Buch beschreibt u.a. die vergangene und derzeitige Verfahrensweise in strittigen Familienkonflikten, in denen überwiegend ein Elternteil und vor allem aber die sich innerhalb des Konflikts befindlichen Kinder die Verlierer sind.


Die derzeitigen Verfahren sind i.d.R. auf ein streitiges zugeschnitten. Und hier kann es nur Verlierer geben! Und grundsätzlich sind dieses immer die Kinder.


Herr Richter a.D. Jürgen Rudolph beschreibt in seinem Buch die Möglichkeit der vernetzten Kooperation der am Elternstreit beteiligten Professionen, mit dem Ziel, im Interesse des Kindeswohls, den elterlichen Konflikt zu schlichten um eine einvernehmliche Lösung zu erreichen.


Die Existenz der »Cochemer Praxis« ist der Grund weshalb es diese Homepage gibt.


Wir bemühen uns für die Verbreitung dieser Idee.

Wir erwarten, dass dieses Modell, bzw die Umsetzung dessen, ernsthaft in Erwägung gezogen wird! Damit kein Kind mehr seine Eltern verliert!

Wir verlangen, dass die bisherigen Vorgehensweisen daher schnellstmöglich überdacht und grundlegend überarbeitet werden!

Bisher wurden nur Strukturen, kleine Inhalte dieser Praxis in die Gerichtsbarkeit übernommen.

Mit nur einem Stein kann man aber auch kein Haus bauen!

Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb ein Erfolgsmodell keinen Anklang findet und nicht flächendeckend umgesetzt wird, zumal der Erfolg ihm recht gibt!


Die Grundzüge der »Cochemer Praxis« sollen hier einmal in reduzierter Form vorgestellt werden:


Grundsätzlich geht es darum, dass man die Eltern - und sei es nur, wegen der elementarsten Belange der Kinder - wieder miteinander ins Gespräch bringen möchte, um damit die Grundlage zur Übernahme gemeinsamer Elternverantwortung zu schaffen.


Sobald ein Elternteil im eskalierenden Konflikt anwaltliche Hilfe in Anspruch nimmt, fordern die Anwälte schon im Vorfeld des gerichtlichen Verfahrens die Eltern auf, die Unterstützungsangebote der Beratungsstellen bzw. des Jugendamtes wahrzunehmen. Letzteres ist verpflichtet vor einer anstehenden Verhandlung mit allen Beteiligen intensiven Kontakt aufzunehmen und an allen mündlichen Verhandlungen teilzunehmen. Schriftliche Stellungnahmen erfolgen nicht.

Bei der kurzfristig anberaumten mündlichen Verhandlung ist dagegen die mündliche Stellungnahme hochaktuell. Oft gelingt es den Mitarbeitern des Jugendamts auch schon vorab eine einvernehmliche Lösung zu finden.


Soweit in diesem Stadium bereits beide Elternteile durch Anwälte vertreten sind, sind diese dazu übergegangen, sich direkt miteinander in Verbindung zu setzen, um die Eltern zu entsprechenden Verhaltensweisen zu ermuntern.

Es werden bezüglich des anwaltlichen Schriftverkehrs keine Konfliktstrategien mehr verfolgt. Mit Ausnahme einer auf den notwendigen Sachverhalt beschränkten Antragsschrift, werden keine Schriftsätze mehr gewechselt.


Gerichtstermine bezüglich Kindschaftsstreitigkeiten werden innerhalb zwei Wochen anberaumt. Da zuvor kein anwaltlicher Schriftverkehr zwischen den Streitparteien gewechselt wurde, kann bei der mündlichen Verhandlung die eigentliche Konfliktursache viel besser und gezielter behandelt werden; ohne das nebenbei noch schmutzige Wäsche gewaschen wird, was den Konflikt verschärfen könnte.


Gelingt es in der gerichtlichen Verhandlung nicht, mit den streitenden Eltern eine einvernehmliche Regelung zu finden, werden die Möglichkeiten der Beratungsstelle in Anspruch genommen. Die hierfür erforderliche Mitwirkung der Eltern wird ihnen als unverzichtbarer Bestandteil ihrer Verantwortung und damit der elterlichen Sorge abverlangt.

Verweigern sich die Eltern dieser Verpflichtung, verweigern sie sich insoweit gleichzeitig ihrer Verantwortung. Damit setzt ein Elternteil das Sorgerecht aufs Spiel, das er im hochstreitigen Elternkonflikt gerade nicht verlieren möchte. - Das erklärt die bisher ausnahmslose Akzeptanz der Vermittlung und Beratung.


Kritiken, ob dieses Modell funktioniert oder nicht - z.B. weil vielleicht ein Teil der beteiligten Professionen (z.B. ein einzelner Anwalt) da nicht mitmacht - brauchen hier bzw auf unserer Facebookseite nicht kommentiert zu werden, denn sie führen hier nicht zu einem Ziel. Denn Tatsache ist, dass diese Praxis funktioniert!


Dieser Text hier beinhaltet Passagen aus dem Buch von Herrn Rudolph und gibt nur einen sehr kleinen Teil dessen wieder. Alle eben erwähnten Beschreibungen werden im Buch näher erläutert. Ich empfehle daher bei Fragen bezüglich der »Cochemer Praxis« das Buch zu lesen.